#uselesshoops

Neulich war ich für meinen Brötchengeber auf Reportereinsatz im Bonner Ghetto in Tannenbusch. Der Plot, den es zu berichten gab, war in etwa wie folgt: Jugendliche/Halbstarke/Vandalen/Unbekannte waren durch den Zaun eines noch im Bau befindlichem Spielplatzes/Mehr-Generationen-Parks/heftig subventionierten Vorzeigeprojekts zur Stadtteilentwicklung geschlüpft und hatten Baumaschinen und neu aufgestellten Spielgeräte beschädigt.

Der noch im Bau befindliche Vorzeigeplatz in Bonn-Tannenbusch.

Das war besonders ärgerlich, weil die Stadt sich dieses Projekt rund eine Millionen Euro kosten lässt, um damit ebenjene Problemkids, die mutmaßlich die aktuellen Zerstörungen verursacht haben, von Dummheiten wie Vandalismus abzulenken. Und zwar mit Beschäftigungen wie beispielsweise Basketballspielen auf einem umzäunten Hartbodenfreiplatz mit integriertem Drainagesystem und kleiner Zuschauertribüne.

Da ich selber ein passionierter Hobbybasketballspieler bin, hätte ich mich in meiner Jugend sicher gefreut, wenn es damals einen derart tolles und vor allem durchdachtes Basketballfeld in meinem Dorf gegeben hätte. Gab’s aber nicht. Was es gab waren meist Korbanlagen, die entweder völlig billiger Schrott waren oder – und das ist eigentlich viel schlimmer – zwar durchaus hochwertig, aber an völlig unsinnigen Orten aufgestellt waren: Auf Wiesen, Asche- oder Sandflächen.

Doof: Ein Basketballkorb mitten auf einer Wiese.

Man muss eigentlich kein Genie sein, um zu erahnen, dass sich ein handelsüblicher Basketball auf Wiese, Asche oder Sand nicht ganz so gut dribbeln lässt. Trotzdem schaffen es Städte und Kommunen in Basketball-entwicklungsländern wie Deutschland immer wieder relativ hochwertige und -preisige Korbanlagen auf völlig ungeeignete Untergründe zu verpflanzen und sich dann womöglich noch zu wundern, wenn diese Korbanlagen ungenutzt verwittern.

Da könnt‘ ich jedes Mal kotzen! Und tue es innerlich auch. Jahrelang habe ich mir dieses Trauerspiel, das andere Bauskandale wie Stuttgart 21, Elbphilharmonie oder Flughafen BER locker in den Schatten stellt, kopfschüttelnd angeschaut. Und zwar ohne aufzubegehren. Doch damit ist nun Schluss! Ich tue von nun an das, was jeder engagierte Querulant macht: Ich trage meinen Protest ins Internet und hoffe, dass sich die Welt dadurch zum Besseren verändert. Ich gehe zu instagram.

Genauso doof, aber nicht weniger selten: Ein Basketballkorb auf Sand.

Unter dem Hashtag uselesshoops sammle ich Fotos von Korbanlagen, die an für die Ausübung des Basketballsports völlig ungeeigneten Stellen aufgestellt wurden. Damit schreie ich meinen Schmerz in die Welt hinaus und verschaffe diesen kaum beachteten Bauskandalen die Öffentlichkeit, die sie verdienen!

Und ihr könnt mitmachen: Wenn ihr solche Korbanlagen der geistigen Umnachtung kennt, dann schreibt mir mit Ortsangabe der Bausünde: post(ät)der-mack.de!

Oder macht direkt ein Foto davon und packt #uselesshoops, das Hashtag der Schande, dazu.

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